E-Scooter im Test: Die Roller von Lime, Bird und Tier

Ich teste heute die Scooter, die man in der Wiener Innenstadt derzeit überall ausleihen kann. Das wäre einerseits der Scooter des US-Start-ups Bird, des ebenfalls amerikanischen Start-ups Lime und der deutschen Firma Tier. Um einen E-Scooter von Lime, Bird oder Tier ausleihen zu können, benötigt man drei Dinge: ein iPhone oder ein Android-Smartphone, die App des jeweiligen Anbieters und eine Kreditkarte für die Zahlung. Die Apps von Lime und Bird funktionieren auf die gleiche Weise. Man sucht einen freien Roller auf einer Karte, geht hin und startet die Reservierung, indem man einen QR-Code scannt. Bei Tier wird es etwas anders gemacht, hier tippt man auf der Karte den gewünschten Scooter an und entsperrt ihn ganz ohne Scan. Das kann allerdings etwas umständlich sein, wenn mehrere Scooter nahe beieinander stehen.

Der Scooter von Lime ist der schwerfälligste von den drei Scootern, aber er trägt auch am meisten Last. Bis zu 150 Kilo kann er transportieren, sagt der Hersteller. Beachten muss man natürlich, dass er dafür ein bisschen länger beim Beschleunigen braucht und auch der Bremsweg etwas länger ausfällt. Sein Vorteil liegt dafür darin, dass er das größte Trittbrett hat und man am komfortabelsten darauf steht. Wie alle Scooter, die wir heute testen, liegt seine Maximalgeschwindigkeit bei ca. 25 Stundenkilometern. Der Scooter von Bird ist ein Mittelding. Er trägt bis zu 90 Kilo, er fährt sich auch nicht ganz so komfortabel, weil er ein kleineres Trittbrett hat. Er ist dafür wendiger als der Scooter von Lime und damit auch besser geeignet für gemischte Verkehrszonen mit Fußgängern, Fahrradfahrern und vielleicht auch Autos. Der Scooter von Tier ist der kleinste und wendigste der Scooter. Der beschleunigt am schnellsten, bremst aber mit der Handbremse am langsamsten von allen. Allerdings hat er zusätzlich eine Rücktrittbremse, mit der man deutlich schneller stehenbleibt. Dafür ist er am wenigsten komfortabel zu fahren, weil er das kleinste Trittbrett hat. Einen kleinen Bonus hat er: Er verfügt als einziger der Scooter über ein digitales Tacho, das über den Akkustand und die Geschwindigkeit informiert.

Rechtlich gesehen gelten diese E-Scooter als Fahrräder. Das heißt, man darf auf Radwegen fahren, auf entsprechenden Straßenabschnitten und in gemischten Verkehrszonen. Nicht fahren darf man auf dem Gehsteig, das könnte teuer werden. Das Preismodell der Anbieter ist im Prinzip ident, bis auf ein kleines Detail: Lime und Tier verlangen einen Euro Grundpreis sowie 15 Cent je angefangene Minute. Auch Bird nimmt einen Euro Grundpreis, rechnet danach die 15 Cent pro abgelaufene Minute ab. Meiner Meinung nach sind die Scooter ein spannender Beitrag zur urbanen Mobilität. Zum Beispiel ergänzen sie das Citybike dort, wo man nicht verschwitzt bei einem Termin ankommen möchte oder wo einfach keine Verleihstation in der Nähe ist. .

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