Verschärfte Regeln für E-Scooter im Nahverkehr

Elvira Martin ist eigentlich mobil. Eigentlich kommt sie mit ihrem E-Scooter überall hin. Eigentlich. Die Haltestelle Schertlinstraße. Tramlinie 3 kommt. Doch für Elvira Martin bleiben die Türen zu. Normalerweise hätte ich es in der 2er probiert. Aber ich glaube, dass die mich jetzt auch nicht mehr mitnimmt. Die nächste Tram rollt an. Elvira Martin gibt Zeichen. Die Fahrerin kommt auf sie zu. Wir dürfen Sie nicht mehr mitnehmen. Normalerweise schreien die beim Fenster raus – Nein, nein, wir dürfen Sie nicht mehr mitnehmen. Oder sie winken bloß ab. Was ist das Problem? Überwachungsbilder aus einer Augsburger Tram. In der Mitte sitzt ein Mann auf seinem E-Scooter. Dann die Vollbremsung, der Wagen kippt. Der Sitz ist leer. Der Mann liegt auf dem Boden. Gott sei Dank ist niemand geschädigt worden. Aber der E-Scooter muss ja rückwärts reinfahren, und sich so mit dem Rücken hier hin stellen, damit er bei Gefahrenbremsungen nicht umkippt. Normalerweise können aber diese Scooter nur gerade reinfahren, stehen damit im Durchgang und kippen möglicherweise um. Eine Gefahr für die Fahrer und andere Fahrgäste.

Das Verbot, für Elvira ein schwerer Schlag. . Ich habe total meine Selbstständigkeit verloren. Ich habe mich so schwer zurück gekämpft ins Leben nach meinem Schlaganfall und war so stolz, als ich den E-Scooter bekommen habe, da habe ich geweint vor Freude. Bislang hat man in Augsburg ein Auge zugedrückt. Doch weil es bundesweit strengere Vorschriften für Busse gibt, wollen die Stadtwerke auch bei Trambahnen rechtlich auf der sicheren Seite sein. Wenn was passiert, stehen erst mal die Fahrer und die Stadtwerke rechtlich in der Pflicht.

Anderenorts hat es auch schon Gerichtsverfahren gegeben, das wollen wir natürlich jedem ersparen. Deshalb muss Elvira Martin draußen bleiben. Für sie doppelt bitter: Denn auch für den Bus ist ihr E-Scooter zu lang. Genau 15 Zentimeter. .

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